„Symptome sind
Vorboten des Wandels“

Rosemarie Welter-Enderlin

An der Liebe arbeiten:
Paarberatung, Paartherapie, Eheberatung

«Und fortan lebten sie glücklich bis an ihr Lebensende …
          … nur nicht zusammen.»

Nur im Märchen verlieben sich zwei Menschen und leben glücklich bis ans Lebensende. In der Realität sieht das etwas anders aus: mehr als ein Drittel aller Ehen in Deutschland werden geschieden, unzählige Paare beenden nach einer gewissen Zeit ihre Beziehung. Manchmal ist es gut, dass sich Partner voneinander lösen, manchmal ziehen sie aber auch zu früh den Schlussstrich. Dann hätte die Beziehung noch Potenzial gehabt.

Nur in Hollywood-Filmen verlieben sich zwei Menschen und kommen schließlich mit dem Happy-end zusammen. Im wirklichen Leben beginnt nach dem Filmabspann die wahre Beziehung. Denn Beziehung heißt immer auch Stellung nehmen, um Gemeinsamkeit ringen, Unterschiede aushalten. Wichtig ist, diese Daumenregel zu kennen: Mehr als 60 Prozent aller Paarprobleme sind unlösbare Probleme die aus der Verschiedenheit der Partner resultieren.

Liebesbeziehungen sind einer ständigen Veränderung ausgesetzt. Nach der anfänglichen Verliebtheit rücken irgendwann die Verschiedenheiten in den Vordergrund, die Partner entwickeln neue Interessen, Kinder kommen und machen aus einer Zweierbeziehung ein komplexes System mit Abhängigkeiten und neuen Herausforderungen. Und nach ein paar Jahren gehen die Kinder aus dem Haus: Dann ist das Paar plötzlich wieder auf sich selbst zurückgeworfen.

Liebesbeziehungen sind heute aber auch vielfältigen Ansprüchen unterworfen. Wir haben uns zwar das Ideal der romantischen Liebe bewahrt, gleichzeitig sind Partnerschaften aber auch Arbeits- und Lebensbündnisse: Kinder, Karrieren und Selbstverwirklichung konkurrieren mit Liebe und Leidenschaft. Im Gegensatz zu früher muss heute die Beziehung ständig neu ausgehandelt und müssen viele Entscheidungen partnerschaftliche getroffen werden.

„Paarberatung oder -therapie hat zunächst einmal die Aufgabe,
Probleme und Themen einer Partnerschaft
sowie Bedürfnisse und Enttäuschungen der Partner deutlich zu machen.
Dann können wir eine neue tragfähige Basis erarbeiten.“

– Ralf Grabowski

Ralf Grabowski

Was passiert in einer Paarberatung konkret?

Sie berichten über Ihre Probleme, und ich höre Ihnen erst einmal zu. Ich bin kein Richter, der darüber entscheidet, wer recht oder unrecht hat. Vielmehr melde ich Ihnen zurück, was ich zwischen den Zeilen höre und welche Bedürfnisse, Wünsche und unerfüllten Träume ich vermute. Ich sage Ihnen, welche Umgangsweisen ich für dysfunktional halte und schlage Ihnen neue Formen der Begegnung vor. Manchmal gebe ich Ihnen auch Hausaufgaben auf.

Grundlage meiner Arbeit ist die selbstverantwortliche Haltung der Gestalttherapie, ergänzt um Übungen und kreative Methoden aus der Systemischen Familientherapie und der Transaktionsanalyse.

Der Fokus unserer Arbeit

In einer Paartherapie oder Paarberatung schauen wir uns vor allem an, wie Sie als Paar miteinander umgehen: Wie finden Sie Beide Lösungen für Probleme und wie gehen Sie mit unlösbaren Problemen um? Wie verhandeln Sie Ihre alltägliche Lebensorganisation und wie kommen Sie zu Kompromissen? Auf welche Art und Weise balancieren Sie Themen wie Autonomie und Freiraum, Zuwendung und Eigenständigkeit aus? Wie gehen Sie als Paar mit Geld, Arbeit und Macht um?

Zu Ihrem Umgang gehört natürlich auch die direkte Kommunikation dazu: Wie wertschätzend ist Ihre Sprache, wie klar und persönlich Ihre Ausdrucksweise? Schaffen Sie es, den Partner auch dann noch zu sehen und anzuerkennen, wenn er eine gänzlich andere Meinung vertritt?

Schließlich ist eine Paarberatung sehr häufig auch ein großes Aufräumen. Im Zusammenleben über längere Zeit hinweg kommt es fast zwangsläufig immer wieder zu Missverständnissen, Verletzungen und Kränkungen. Dieses Unerledigte aus der Paargeschichte sprechen wir an, ebenso werfen wir einen Blick auf die Herkunftsfamilien und eventuell übernommene Muster. Angesprochen werden schließlich auch sexuelle Schwierigkeiten, die häufig die ersten Symptome einer Krise des Paares sind.

Auf Wunsch arbeiten auch meine Frau Heike Ecker und ich im Therapeuten-Tandem mit Ihnen. Dann gelten andere Preise.

Wie Zusammenleben gelingt

Zwei Voraussetzung sind vor allem nötig, damit der Balanceakt einer modernen Beziehung gelingt: Zum einen eine gute, das heißt emotionale Kommunikationsfähigkeit, zum anderen das Wissen um die eigenen Bedürfnisse und Grenzen.

Emotionale Kommunikation heißt für mich zunächst einmal Zuhören, Zuhören, Zuhören. Neugierig darauf sein, um was es dem Partner geht, wo ihn der Schuh drückt, was er sich wünscht. Emotionale Kommunikation heißt auch, um eine Sache zu ringen und gleichzeitig nicht den wohlwollenden Kontakt zu meinem Partner zu verlieren. Es heißt, miteinander zu sprechen und nicht zu diskutieren. Denn anders als in Talkshows gibt es bei Paaren entweder zwei Gewinner oder zwei Verlierer. Wenn ein Paar auf diese Weise miteinander kommuniziert, gewinnen beide. Denn beide Partner haben gelernt, von Wünschen und Bedürfnissen zu sprechen, von Verantwortung und Empathie – und nicht von Schuld und Recht-haben.

Damit dies gelingt, müssen die Partner ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen kennen. Müssen wissen, wie weit sie bereit sind, bei Kompromissen zu gehen. Sie müssen auch bereit zu einem „Nein aus Liebe“ sein. Schließlich ist eine Paarbeziehung immer auch ein Balanceakt zwischen den Polen Autonomie und Bindung. Jeder Mensch braucht Geborgenheit, in der er sich beschützt und angenommen fühlt, und gleichzeitig Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. «Füllt jeder des anderen Becher, aber trinkt nicht aus einem einzigen Becher» lässt Khalil Gibran seinen Propheten sagen.

Wenn die Beziehung nicht mehr trägt

Im Laufe der Beratungsarbeit kann sich auch eine Trennung herauskristallisieren. Vielleicht sind die Unterschiede doch unüberbrückbar, vielleicht sind Verletzungen zu schwer, damit sie heilen können. Die Auflösung einer Beziehung ist für mich kein Tabu, sie darf auch nicht als Scheitern interpretiert werden. Auch Beziehungen haben manchmal ihre Zeit. Als Paartherapeut begleite ich das Paar deshalb auf Wunsch auch gern bei Trennung und Scheidung.

E-Book

Laden Sie hier mein kollegiales Interview als pdf auf Ihren Rechner, das ich zum Thema Paartherapie geführt habe.

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Zum Thema „Liebe, Partnerschaft und Familie“ habe ich einige Ideen, Übungen und Anregungen für Sie niedergeschrieben. Sehen Sie hier einige aktuellen Texte.

Was tun bei Affären? (Teil 5 des Interviews über Paartherapie)

Wie schaffst Du es, in einer Therapie neutral zu bleiben?

Ich bin nicht neutral. Ich stehe immer auf der Seite der Beziehung und des Kontakts. Und stelle mich immer gegen die Boykotteure, also jene Anteile in den Klienten, die die Beziehung verhindern wollen. Das mag dann manchmal so scheinen, als ob ich mich auf die Seite eines der Beiden schlage, aber das ist – hoffe ich zumindest – nicht der Fall.

Wenn es Affären gab: wie lassen sich solche Wunden aus deiner Sicht heilen?

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Spielfelder der Liebe

Immer wieder kommen Paare zu mir, die sich aus den Augen verloren haben. Beide Partner halten an der Beziehung fest. Sie haben keine großen Streits, es gibt keine unüberbrückbaren Gräben. Und doch scheinen sie auf unterschiedlichen Inseln zu leben ohne eine Brücke...

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