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Am Wochenende des 13. und 14. August 1994 war auf dem Penkenjoch im österreichischen Zillertal der Bär los. Auf der Wanglalm, 2128 Meter über NN, sorgen die Schürzenjäger für die rechte Stimmung ihrer geschätzten 70.000 bis 80.000 Fans, die zu einem Musikvolksfest der Extraklasse nach Finkenberg gepilgert waren. Die gigantischen Ausmaße des Konzerts erinnern an Woodstock: Insgesamt sind 300 Männer und Frauen das Wochenende über im Einsatz; zehn Tage lang haben 40 Stage-Rowdies die Bühne und das Equipment aufgebaut, das von 32 Sattelschleppern ins Zillertal gekarrt wurde; vier Stromaggregate liefern die elektrische Energie, mit der ein halbes Jahr lang das Dörfchen Finkenberg versorgt werden könnte. Der Gesamtumsatz wird auf 30 bis 40 Millionen Mark geschätzt.
Die Schürzenjäger gelten als die erfolgreichste Gruppe des volkstümlichen Musik-Business. Viele meiner Interviewpartner, egal ob Fans oder Musiker, haben sich in den Gesprächen auf diese Band, die als das große Idol der Branche gehandelt wird, berufen. Seit weit über 20 Jahren touren die mittlerweile sechs Musiker durch die Lande und sorgen mit Ohrwürmern wie dem schwerblütigen "Sierra Madre" oder ihrer Interpretation der Volksweise "Zillertaler Hochzeitsmarsch" für Frohsinn. Ihre Texte erzählen vor allem von ihrer Heimat: den Bergen, den Menschen die dort leben und arbeiten, und der Sehnsucht. Die Musik erinnert nur noch fern an die Klänge der Alpen: Mit langen, wehenden Haaren und Spitzbart stehen die Musiker auf der Bühne, werfen ihren Kopf zum Rhythmus ekstatisch hin und her und schreien: "Hey, Mann!" Nur ihr Wams mit dem Tiroler Adler auf der Brust, das soll eine "echte" Tracht sein. Mit einem geschätzten Jahreseinkommen von mehr als neun Millionen Mark gehören sie noch vor Herbert Grönemeyer zu den Spitzenverdienern im Musik-Business. Mit volkstümlichem Schlager wird landauf, landab das Publikum in die Bierzelte und zu Vereinsabenden gezogen. Volkstümliches boomt, nicht nur im Verein, sondern auch in den Medien. Ob im Fernsehen oder im Radio: Volkstümliche Inhalte haben ihren festen Platz.
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Wenn der Morgen kommt und die letzten Schatten vergehen, Wenn die Arbeit getan, der Abend Friede nur kennt, |
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| © Ralf Grabowski |