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Die Clubmitglieder bewegen sich zwischen verschiedenen Zusammenhängen hin und her, sind Pendler zwischen zwei oder mehreren Sinnprovinzen. Bewußt sind sie sich dabei über die entstehenden Konflikte, setzen sich damit aber aktiv auseinander. Sie selber sind der Mittelpunkt. Fanclubs in dieser Art reihen sich also in die Auswahl der professionellen Erlebnisanbieter ein, sind Bestandteil der Erlebnisgesellschaft. Die Mitglieder, in der reflexiven Moderne auf sich selbst zurückverwiesen und auf der Pirsch nach Unterhaltung oder Erlebnissen, bedienen sich dieses Angebots und basteln sich daraus - und aus vielen anderen, teilweise mit konträren Zeichen besetzten Offerten - ihren eigenen Lebenssinn. Ulrich Beck schreibt: "Typisch für den individualisierten Menschen ist jedenfalls, daß er im Alltag ständig von Gruppenorientierung zu Gruppenorientierung wechselt, daß er bei den meisten Umorientierungen in neue soziale Rollen schlüpft, daß er in jeder dieser Rollen nur einen Teil seiner persönlichen Identität aktualisiert und thematisiert." Der organisierte Fan verlangt von seinem Fanclub nicht eine umfassende Orientierungshilfe. Mit seinem mehr oder weniger großen Engagement im Club befriedigt er lediglich einen Teil seiner Bedürfnisse: ungezwungen einen Abend lang Spaß haben, "einen drauf machen", mehr nicht. Das Dementsprechend sind viele Fans auch nicht ausschließlich auf die kulturelle Praxis des Ins-Bierzelt-Gehens oder des "Jodelfunk"-Hörens festgelegt. Vielmehr suchen sie sich aus dem Zeichenkosmos die für ihre selbstgebastelte Existenz nützlichen Zeichen heraus -- Zeichen freilich, die auf den ersten Blick eigentlich nicht zusammengehören.
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Urlich Beck ist Professor für Soziologie an der Uni München. Anfang der 80er Jahre brachte er das in Soziologen- und Kulturwissenschaftlerkreise geradezu revolutionirende Buch "Die Risikogesellschaft" auf den Markt. |
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| © Ralf Grabowski |