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Einleitung
Tour d'horizon

Momentaufnahme
Die Fans
Überblick
Voreinstellung
Überblick
Kulturindustrie
Individualisierung
Erlebnisse
Ökonomie
Der aktive Fan
Engagement
Publikum
Partner
Schlußtakt

Das Buch
Der Verlag
Die EKW

Das Spiel mit unterschiedlichen Kapitalarten innerhalb illegitimer Kulturräume vermittelt nicht gerade den Eindruck eines von der Kulturindustrie gegängelten Fans.

Die Konsumenten sind sich der Fiktion der Liedtexte oder Fernsehfilme durchaus bewußt. Mehr noch: Sie wollen gar nicht die Grenze zwischen der Sendung und ihrem Alltag vergessen; sie wollen eher die Differenz beiden Welten erleben.

Die Medienforschung der British Cultural Studies zeigt, daß die Rezeption medialer Formen vom Kontext der Medien und des Rezipienten abhängt: Der Sinn eines medialen Textes ist diesem nicht inhärent und muß quasi nur entnommen werden, sondern er wird immer kontextuell in der Interaktion mit dem Text geschaffen.

Der Rezipient ist nicht mit einem Gefäß vergleichbar, in das die medialen Inhalte - allgemein: Texte - geschaufelt werden; er tritt vielmehr in Dialog mit dem Text, dem auf Grund unterschiedlicher Dispositionen und variierenden Hintergrundeinstellungen beim Konsumenten sehr verschiedene Bedeutungen zugewiesen werden. Texte beinhalten keine allgemeingültigen Inhalte, sondern sind bedeutungsoffen. Es sind keine produced texts, sondern "producerly texts" (John Fiske).

Aufs Fernsehen bezogen heißt das: Die Bedeutung der Medien und der Geschichten, die sie erzählen, ergibt sich erst aus ihrer Aneignung. Schulze hat gezeigt, daß die Produkte in den unterschiedlichen Milieus verschieden genützt und auf unterschiedliche Weisen in den Lebensstil integriert werden. Diese Integrationsleistung verläuft produktiv und möglicherweise außerhalb der von den Produzenten geplanten Bahnen.

Produkte der Kulturindustrie werden von den Rezipienten angeeignet, indem sie mit neuem symbolischen Gehalt aufgeladen werden. Populärkultur wird in diesem Zusammenhang erst mit ihrem Gebrauch interessant.

Dieser aktive Aneignungsprozeß verläuft jedoch nicht geradlinig, sondern unkontrolliert und chaotisch. Die Konsumenten wildern in den Texten und suchen sich jene Inhalte heraus, die zu ihrer momentanen Lebenssituation passen. Die angeeigneten massenkulturell erstellten Produkte werden in die Sinnwelten der einzelnen eingebaut. In diesem Zusammenhang ist Konsum ein kreativer Prozeß, in dem die konsumierten Güter auch entgegen ihres intendierten Verwendungszusammenhangs benutzt und gebraucht werden können.

Das theoretische Fundament ist gelegt. Lesen Sie mehr über die während der Feldforschung beobachteten Fans.

 

 
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© Ralf Grabowski