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Einleitung
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Schlußtakt

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Der Verlag
Die EKW

Einer der wichtigen Jobs besteht zweifelsohne darin, die Quoten der Stars bei Hitparaden im Radio und im Fernsehen in die Höhe zu treiben. Manfred Rolf Seemann, lange Jahre Moderator beim Südwestfunk, Mitbegründer der dortigen Volksmusik-Hitparade und bis Herbst 1994 Moderator der volkstümlichen Sendung mit dem programmatischen Titel "Zünftig, bunt und heiter" beim Reutlinger Stadtradio Neckar-Alb, erzählt, daß es auf Grund der von Fanclubs massenhaft verschickten Postkarten zu einer starken Verzerrung der SWF-Hitparadenergebnisse gekommen sei und diese Sendung schließlich abgesetzt wurde.

Gerade das Verschicken von Postkarten und Wunsch-Faxen an Radiostationen war der Grund für die Gründung von Fanclubs regionaler volkstümlicher Bands und ist auch weiterhin ein wichtiger Aspekt der regelmäßigen Tätigkeiten, auf den viel Zeit und Geld verwendet wird.

Ein Beispiel: Der Fanclub der Jungen Klostertaler gab im Jahr 1994 rund 7.000 Mark allein für diese internen Informationen aus. Der Clubleiter übernimmt dabei die Funktion eines Kommunikators, der als zentrale Anlaufstelle Informationen sammelt und verteilt.

Mit dieser Praxis, die bei anderen Clubs in ähnlichem Stil angewendet wird, bewegen sich die Fans natürlich auf unsicherem Terrain und ziemlich am Rande der Legalität. Schließlich gewinnt nach diesem Muster jeweils die Band, die am meisten Fans mobilisieren kann. Zudem müssen einige Clubmitglieder hin und wieder einem Clubzwang unterworfen werden. Schließlich sollen auch die Titel gewählt werden, die der einzelne Fan nicht so gern hören mag.

Eine ganz andere Unterstützung ist das tatkräftige Mitanpacken bei Konzerten oder Events. So hatte selbstverständlich beim "Zehnjährigen" der Föhrenberger Blasmusik kräftig mitgearbeitet: Zum Zeltaufbau, während des Abends hinter der Theke und teilweise auch als Bedienung oder Helfer für die sonstige Organisation.

Das Konzert ist die Sternstunde für Fans. Hier dürfen sie zeigen, was in ihnen steckt. Sie sind die Vorreiter, die zusammen mit den Akteuren auf der Bühne für die rechte Stimmung im Zelt sorgen. Auf sie wartet im Konzert die Hauptaufgabe: die Funktion des Stimmungsverstärkers. Ohne sie würde "der Funke" nicht so schnell überspringen. Für so viel Engagement bedanken sich die Musiker auch immer artig. Sie gehen etwa regelmäßig zu den Clubtreffen und bedanken sich während des Konzerts bei den mitgereisten Fans, die sie begrüßen, zum Teil sogar namentlich nennen.

Kommen wir zum Schlußtakt.

 

Mit Postern eines Musikstars behängte Wände: So stellt man sich das Zimmer eines Fans vor. Fangruppen spielen in der Welt der Musikindustrie eine wichtige Rolle. Sie unterstützen den Absatz der Platten und fördern das Image des Stars. Durch einen organisierten Fanclub sichert sich der jeweilige Interpret einen festen Kundenstamm und hat, was noch viel wichtiger ist, darüber hinaus eine Reihe von Helfern an der Hand, die für ihn unentgeltlich Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Die organisierten Fans sind im Marketingkonzept der Plattenfirmen ein integraler Bestandteil. Sie gehören zur Vermarktungsstrategie.
  top  |   02.02.1999 E-Mail | Home | ?
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© Ralf Grabowski