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Die oben betrachtete Folkmusik wurde und wird von Gruppen getragen, die politisch eher links ausgerichtet waren.

Erinnern wir uns: in den Hüttendörfern, bei den Auseinandersetzungen Whyl, bei Anti-AKW-Demonstrationen, im Kampf mit der Polizei. Junge und alte Menschen solidarisierten sich, bildeten Gemeinschaft, vertrauten sich, machten sich gegenseitig Mut und überwanden die Angst.

Politisch standen sie auf der gleichen Seite wie die eher progressiven Popmusikhörer allgemein, die "ganz überwiegend links und emanzipatorisch eingestellt gewesen" sind.

Seit Ende der 50er Jahre haben Popmusikhörer die gesellschaftlichen Änderungen und Brüche, die mit den Studentenunruhen für jedermann sichtbar wurden, antizipiert. Geht also die Gleichung "Volksmusik = rechts, Pop = links" auf?

Sie ist zu schön und zu einfach, um gültig zu sein. Dieses Kräfteverhältnis bestand vielleicht eine Zeitlang in der Bundesrepublik. Doch schon in den 70er Jahren, als Rock salonfähig wurde und rockige Elemente auch in den Deutschen Schlager wanderten, erodierte die konsequente emanzipatorische Haltung der Popmusikhörer. Durch die allgemein zu beobachtende Entpolitisierung, die sich auch in Poptexten ausdrückt, läßt sich eine Tendenz zur "Stärkung rechtskonservativer und -radikaler Strömungen" feststellen.

Die Tendenz: Popmusikhörer sind nicht mehr pauschal gleichzusetzen mit politisch "linksorientiert". Soweit wäre der zweite Teil der Gleichung relativiert.

Und wie ist das mit Volksmusikhörern?

 
  top  |   02.02.1999 E-Mail | Home | ?
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© Ralf Grabowski