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Diese Erhöhung des Outputs an volkstümlicher Musik ging zu Lasten anderer Musiksparten. Zehn Jahre zuvor gab es noch Musiksendungen mit deutlich anderem Inhalt: Rock- und Popsendungen wie der Musikladen oder Bios Bahnhof wurden in die Dritten verlegt. Anspruchsvolle Sendungen, bei denen das Auditorium kontemplativ vor der Flimmerkiste sitzt und anspruchsvollen Jazz hört, etwa Peter Hortons Café in Takt, sind gänzlich aus dem Programm der großen TV-Sender verschwunden. Die Änderung der Inhalte ist allerdings nur die eine Sache, das Verschieben der Programmplätze ist die andere. Die angesprochenen Sendungen wurden nicht zur prime time, sondern am späten Abend ausgestrahlt. Insofern setzte in den vergangenen Jahren tatsächlich eine Neuakzentuierung ein. So läßt sich der Weg der Heimatmelodie auf RTLplus als Weg ins Zentrum des Programms beschreiben, also auf die zuschauerträchtigsten Plätze. Lief die Heimatmelodie 1990 noch am Sonntag um 17.45 Uhr, wurde sie ein Jahr später in die prime time plaziert, wo sie mit 15 Prozent Marktanteil ein überdurchschnittliches Ergebnis ablieferte (RTLplus hatte zu dieser Zeit gerade mal zwölf Prozent Marktanteil). Ein weiteres Indiz für eine fortschreitende Verbreitung volkstümlicher Inhalte sind die neu auf den Markt geworfenen Serien wie Forsthaus Falkenau, Die Hütte am See, Der Landarzt, Weißblaue Geschichten oder Ein Schloß am Wörthersee. Typisch für diese Serien, wie für die anderen volkstümlichen Sendungen, ist eine durchgreifende ästhetische Schematisierung und eine starke Verwendung der Natur als Es werden zwei Prozesse sichtbar, die sich gegenseitig unterstützen: Das Programm wird volkstümlicher sowohl aus quantitativer (mehr Sendeminuten) als auch aus qualitativer Sicht (die Sendeminuten sind besser plaziert, so daß die Reichweite der potentiellen Zuschauerzahl größer wird).
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| © Ralf Grabowski |