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Seit Beginn der 80er Jahre hat sich die Zahl der Fernsehsendungen mit volkstümlicher Musik in der ARD versechsfacht; die Hälfte aller Bundesdeutschen bekennt sich zum volkstümlichen Schunkeln. Während zweier willkürlich herausgegriffener Wochen, den Kalenderwochen 37 und 38 vom 11. bis 24. September 1995, konnte der verkabelte, bzw. über eine "Satellitenschüssel" verfügende Zuschauer elf Sendungen mit volkstümlicher Musik anschauen, nicht gerechnet sechs alte Heimatfilme. Faßt man die Kriterien etwas weiter kommt man auf die gigantische Zahl von 72 volkstümlichen Musiksendungen in diesen beiden Wochen. Schon diese Zahlen allein belegen, daß die Vertreter der volkstümlichen Musik keineswegs nur kleine Landkapellen oder Musikvereine sind, sondern gut verdienende Stars. Nach Ansicht von Werner Mezger (er ist Leiter des Volkskunde-Instituts der Uni Freiburg) hängt der Erfolg eines bestimmten Musikstücks besonders von Marketingüberlegungen ab: Über Imagetransfer wird ein Schlagerstar "gemacht", via dem immensen Werbeeffekt der elektronischen Medien und deren "plugging" werden die Konsumenten so lange penetriert, bis ihnen der bestimmte Titel gefällt und sie ihn kaufen. Diese Mechanismen lassen sich auf die aktuelle, ein breites Massenpublikum ansprechende volkstümliche Musikbranche und deren industrielle Produktionswege übertragen. Viel Geld ist in der Musikbranche allemal zu verdienen. 1993 wurden in der Bundesrepublik 238,5 Millionen Tonträger verkauft, das entspricht einem Umsatz von über 5,5 Milliarden Mark. 1989 erzielte der Markt des volkstümlichen Schlagers allein mit Tonträgerverkäufen erstmals über 100 Millionen Mark Umsatz. Wichtigster Partner bei der Produktion des Erfolgs sind die Medien, deren Rolle in der Verbreitung einzelner Musikstücke nicht unterschätzt werden darf. Als vorrangiger Werbeträger für die Musikbranche hat sich dabei der Hörfunk etabliert.
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Grüne Wiesen, tiefe Täler Schürzenjäger: Heimatlied |
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| © Ralf Grabowski |