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Eines der Hauptmotive, mit denen der volkstümliche Schlager in seinen Melodien, Texten und seiner medialen ästhetischen Inszenierung operiert, ist die Heimat.

Ein Topos, der keineswegs neu ist, der im Kino der Nachkriegsjahre zu bewundern war und später ins Fernsehen kam: Die Heimatfilme der 50er und frühen 60er Jahren, die als Remakes alter UFA-Thematiken aus den 30er Jahren angesehen werden können. Ihnen folgten in den 70ern die blödsinnigen "Sex im Heustadl"-Filme und in den 80ern die sehr kritischen Heimatstreifen des Neuen Deutschen Films.

Auch im musikalischen Bereich spielte das Motiv der Heimat die ganzen Jahre hindurch eine große Rolle. In den 50er und 60er Jahren etwa verzeichnete vor allem Freddy Quinn mit Heimatschlagern wie "Heimweh" ('65) oder "Junge, komm bald wieder" ('62) Erfolge. Dazu gesellten sich Hits wie "Soviel Wind und keine Segel" von Bruce Low ('53) oder "Wo meine Sonne scheint" von Catarina Valente ('57).

Neben diesen Schlagerstars sorgten natürlich auch Blasmusikkapellen für wohl keinen hitmäßigen, dafür sehr steten Absatz ihrer Platten. Am 5. November 1995 feierte Ernst Mosch seinen 70. Geburtstag. Im Laufe seiner Karriere, die er nach dem Krieg als Jazzposaunist begann, verkaufte er zusammen mit seinen Original Egerländer Musikanten laut dpa mehr als 30 Millionen Tonträger.

Diese Volksmusikanten hatten sich eine treue Fangemeinde aufgebaut, die sie mit einem stetigen Output an Produkten bedienten. Als Werbeplattform dienten einschlägige Musiksendungen in Hörfunk und Fernsehen; doch neue Werbekonzeptionen, Pop- oder event-marketing, waren diesen Gruppen fremd.

Lesen Sie, wie sich der Begriff der Heimat im Laufe der Zeit verändert hat.

 

 
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© Ralf Grabowski