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Heimat und Mundart: Im Folk, im Protestsong, die in der Öko- und Anti-AKW-Szene der 70er und frühen 80er Jahre Hochkonjunktur hatten, sind sie ebenso wie im volkstümlichen Schlager zu finden. Folk war bis Ende der 50er Jahre lediglich das US-amerikanische Wort für Volksmusik. Das änderte sich aber mit dem Folk Revival der 60er Jahre und seinen Protagonisten, etwa Woody Guthrie, Pete Seeger, Joan Baez oder Bob Dylan, die den Folk politsierten. Folkmusik -- in Whyl oder der "Republik Freies Wendland" am Lagerfeuer auf der Gitarre gezupft -- ist aus den gleichen Wurzeln entstanden wie die Lieder der lustigen Musikanten in der abendlichen Volksmusikhitparade. Hier wie dort werden politische Inhalte transportiert, in der Musiksendung versteckt, in Whyl offen. In diesen Protestkreisen bezog man sich auf die bedrohte reale, "kleine" Heimat. Sie galt es zu schützen und zu verteidigen. Interessanterweise wurde jedoch mit dem gleichen Topos gearbeitet: Hier, auf dem Lande, im Dorf, ließ sich noch die ursprüngliche Natur finden, die es gegen den städtischen, technisierten und gefährlichen Fortschritt zu verteidigen galt. Doch bereits in den 50er Jahren änderte sich mit der neuen Dialektwelle der Heimatbegriff in Liedern und Gedichten. Dieses Coming Out ist den Gedichten von Hans Carl Artmann zu verdanken. Dialekt wurde zum festen Bestandteil der Heimatdichtung, zum Ausdrucksmittel für Triebhaftigkeit und Abnormalität -- und zum Ausdruck von Protest. Rund die Hälfte aller Anti-AKW-Lieder in der Bundesrepublik sind im Dialekt geschrieben. Hat der Folk also die Stelle des im Alltag verankerten Volkslieds übernommen? Spricht Folk den "ganzen Menschen" an? Eckart Frahm (Tübinger Kulturwissenschaftler und
Leiter des
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Die in den 50ern entstandene neue "Folksmusik" war nicht mehr Volksmusik im eigentlichen Wortsinn. Es handelt sich nicht "um eine im Volk spontan entstandene und über Generationen hinweg mündlich tradierte Musikpraxis, sondern vielmehr um größtenteils von Studenten und jungen Intellektuellen zur Gitarre vorgetragene aktuelle Lieder", sagen Wieland Ziegenrücker und Peter Wicke. |
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| © Ralf Grabowski |