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Bei der Auswertung der Interviews zeigt sich, daß die meisten Gesprächspartner mit einem an der Hochkultur orientierten, wenn auch diffusen Qualitätsbegriff ("einfache" oder "komplizierte" Melodien, "holperig gereimte Texte", etc.) operieren. Entscheidendes Merkmal für die GEsprächspartner ist das Alter der Musik und eine gewisse Traditionalität. Volkstümlicher Schlager, wie ihn die untersuchten Musikgruppen machen, wurde immer als "volkstümlich" charakterisiert, während "Stubenmusik" zur "Volksmusik" gerechnet wurde. Die Fans legen an die Objekte ihres fandom (im Sinne von Bourdieu) legitime Qualitätsurteile an. Dabei versuchen sie "ihre" Musik in die Sphäre der anerkannten Kulturäußerungen zu heben, ohne auf eine Trennung zwischen beiden Formen zu bestehen. Daß mit dem Terminus Volksmusik allgemein nun allerdings nicht unbedingt das traditionelle Volkslied gemeint sein muß, führen uns die Medien Tag für Tag vor. So durfte der Zuschauer beim vom MDR produzierten und am 30. September 1995 um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlten "Herbstfest der Volksmusik" sich staunend die Augen reiben. Moderiert von Carmen Nebel tummelten sich auf der dekorativ alpenländisch geschmückten Bühne neben den obligatorischen Wildecker Herzbuben und Marianne und Michael (die gleichzeitig im ZDF als Moderatorenpaar unter Vertrag sind) auch Karel Gott und Nena, die Anfang der 80er als eine der großen Protagonistinnen der Neuen Deutschen Welle " Luftballons" steigen ließ und sicher nicht im Verdacht des Jodelns steht. Es spricht vieles dafür, daß sich hinter diesen beiden Etikettierungen die gleiche Sache verbirgt. Ein Musikexperte, Wilfried Haselberger (er war jahrelang Moderator bei
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| © Ralf Grabowski |