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4. Januar 2009 »Das ist die Arbeitsform der Zukunft«Es ist kurz vor halb zwölf, als Christiane Schütz einen Anruf erhält. Ein Journalist will wissen, wie das so ist mit dem flexiblen Arbeiten bei IBM. Die Teamleiterin, in der Presseabteilung verantwortlich für Unternehmensthemen, kommt gerade ins Büro, der Anruf wurde umgeleitet auf ihr Handy. Vor über 15 Jahren, 1991, hat IBM in Deutschland die Telearbeit eingeführt und dafür den Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft erhalten. Damals waren es vor allem Frauen, die diese »außerbetrieblichen Arbeitsplätze« in Anspruch genommen haben. Sie konnten damit Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren. Mittlerweile können so gut wie alle IBM-Mitarbeiter in Deutschland auch von zu Hause oder von unterwegs aus arbeiten. Weit über 60 Prozent machen davon Gebrauch. »Das hat nichts mehr mit klassischer Heimarbeit zu tun«, sagt Christiane Schütz. »Wir nennen es alternierende Telearbeit und sehen das als die neue Arbeitsform der Zukunft.« Alternierend deshalb, weil die Angestellten nicht ausschließlich außer Haus sind. »Es ist gewünscht, dass sie auch ins Büro reinkommen. Aber wir möchten unseren Mitarbeitern die größtmögliche Zeitsouveränität geben.« Ausgestattet mit Laptop, Handy und schnellem Internet arbeiten die IBM-Leute mal daheim, mal beim Kunden oder, wenn die Berater in fremden Städten sind, in auswärtigen Niederlassungen. »Jeder kann so arbeiten, wie er will. Das wird sehr positiv aufgenommen«, resümiert Schütz und nennt ein Beispiel aus ihrem eigenen Alltag: Alle zwei Wochen gibt es an einem Abend zwischen 22 und 23 Uhr eine festgelegte Telefonkonferenz mit Niederlassungen auf der ganzen Welt. Die macht sie häufig von daheim aus. Damit diese flexible Arbeit möglich ist, werde bei IBM die Arbeitszeit nicht mehr kontrolliert. »Wichtig ist die Leistung, die jemand erbringt.« Deshalb hat jeder Mitarbeiter seine individuellen Ziele, die jedes Jahr neu festgelegt werden. Irgendwie hört sich das sehr entspannt an, meint der Journalist und verweist auf die Uhrzeit des Telefonats und darauf, dass sie erst jetzt ins Büro gekommen sei. Die Pressefrau lacht. »IBM ist straff geführt, und die Ziele sind hoch«, antwortet sie knapp und erzählt, dass sie am Morgen von zu Hause aus bereits mit Kolleginnen aus der Rechtsabteilung telefonisch diskutiert, ein umfangreiches Interview sowie eine Pressemitteilung gegengelesen hat. |
Am BeispielBei IBM kann nahezu jeder Mitarbeiter arbeiten, wann und wo er will. Ins Büro gehen viele nur noch selten Zum ThemaArbeiten, wann und wo immer man will Laptop und Internet machen es möglich. Doch in den meisten Firmen herrscht noch immer das Diktat der Stechuhr, ist Anwesenheit Pflicht. Häufig zum Nachteil der Unternehmen, hat der Autor Markus Albers festgestellt |