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16. 6. 2007 Das Kreuz mit der KommunikationBuschtrommel, Nebelhorn, Glocke: Mit diesen tollen Dingen haben jahrhundertelang Menschen über weite Strecken miteinander gesprochen. Da-dumm, da-dumm, da-ba-da-ba-dumm hieß zum Beispiel: »Hey, bring noch ein kleines Schwein aus dem Urwald mit« und ein »tröööö-ööt« bedeutete: »Hey, Platz da, ich habe den längeren (Kahn)«. Mit Telefon, Fax, E-Mail oder Handy geht das heute natürlich einfacher, schneller und über längere Distanzen. Wenn’s denn geht. Doch weil die kleinen Wunderwerke der Technik immer mal wieder aussetzen, rauben sie uns mit ihren Tücken den letzten Nerv. Selbst vor 30 Jahren war die Welt der Telekommunikation, pardon: der Fernsprecherei, noch einigermaßen in Ordnung. Da gab es einen großen Staatsbetrieb, an den der gemeine Bürger einen Antrag stellen durfte. Irgendwann mal kam ein verbeamteter Techniker ins Haus und montierte fest verdrahtet ein hässliches Monstrum, wahlweise in grün oder beige. Doch damit konnte man wenigstens seine Freunde anrufen – und war sich sicher, dass es am anderen Ende der Leitung auch wirklich klingelte. Heute ist das anders. Ich beispielsweise telefoniere super-modern übers TV-Kabel. Regelmässig am Sonntag Abend, wenn ich Zeit für ausgiebige Telefonate habe, sagt mir dann eine freundliche Stimme, dass alle Leitungen belegt seien – leider. Komme ich dann endlich durch, ist noch lange nicht gewährleistet, dass mein Freizeichen beim Angerufenen auch als Klingeln zu hören ist. So geschehen kürzlich, als ich der besten Freundin was ganz Dringendes sagen wollte. Sie ging nicht ran, ihr AB auch nicht. Also versuchte ich es auf dem Handy, das war abgeschaltet. Ich war richtig sauer. Also schrieb ich eine E-Mail mit ein paar unflätigen Ausdrücken an ihre Büroadresse. Sollte sie wenigstens am Morgen danach was von meinem Ärger mitbekommen. Einige Tage später rief sie fröhlich und gutgelaunt an und irgendwann rekonstruierten wir jenen Abend: Das Klingeln des Telefons konnte sie nicht hören, weil noch das Modemkabel eingesteckt war. Dem Handy war unbemerkt der Saft ausgegangen und meine Mail war im Spamfilter der Firma hängengeblieben. Zum Geburtstag hat sie mir jetzt eine kleine Bongotrommel geschenkt. Nachts, wenn sonst alle schlafen und es so schon ruhig ist, unterhalten wir uns damit von einem Dorf zum nächsten. |
Eine Lästerei |