Montag, 06. Februar 2012

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29. 4. 2006

Die Geburt eines Champions

In ist, wer drin ist - in den Schlagzeilen. Doch während viele Promis der B-Riege im Dschungel Kakerlaken essen müssen, um auch mal ein Schlagzeilchen abzubekommen, meistern die wahren Superstars diesen Weg auf elegante und souveräne Weise. Tom Cruise etwa, der sich ja quasi öffentlich in Katie Holmes verliebt hat. Wir erinnern uns, wie er mit einem Jauchzen und Hüpfen während einer Talkshow seine tiefen Gefühle zu Katie gestand. Und dann erst die Sache mit der angeblich stillen Geburt: Die Klatschreporter waren über viele Tage hinweg beschäftigt. Tolle Performance, gut gemacht!

Den Titel des absoluten Superstar-Paars aber haben sich Angelina Jolie und Brad Pitt verdient: Zur Geburt ihres Nachwuchses lassen sie nicht nur ein popeliges Krankenhaus absperren. Nein, sie reisen extra nach Afrika und lassen dort einen ganzen Staat abriegeln. Journalisten ist es derzeit nicht mehr erlaubt, in Namibia einzureisen.

Damit haben sie die Latte für alle künftig niederkommenden Kollegen verdammt hoch gelegt. Wie kann diese Meisterleistung noch getoppt werden? Einen ganzen Kontinent absperren, eine Geburt auf dem Mond oder was? Schwere Zeiten für die Promis, die als Nächstes dran sind. Für zwei von ihnen haben wir Tipps auf Lager.

Da wäre zunächst die schwangere Susan Stahnke. Einstmals wollte sie vom Hamburger Moderatorenplatz der »Tagesschau« aus Hollywood erobern. Daran sollte sie jetzt anknüpfen, um die Geburt standesgemäß zu inszenieren. Muss sie sich eben mit ihrem früheren Arbeitgeber versöhnen. Der kann dann in den Wochen vor dem Ereignis jeden Abend um 20 Uhr über den aktuellen Stand berichten, dazu wird im Hintergrund ein Ultraschallbild des Nachwuchses eingeblendet. Und dann, der Stahnke ist ja nichts Exhibitionistisches fremd, die erste Live-Geburt im deutschen Fernsehen.

Zweiter Promi: Boxer Axel Schulz. Klar, dass er und seine Patricia keinen Kreißsaal, sondern das Geviert des Boxrings bevorzugen. Die Punktrichter werden die Länge und Härte der Wehen bewerten. Eine Runde vergeht, und noch eine. Immer wieder ruht sich Patricia in der Ecke aus. Ihr Axel gibt gute Tipps: »Verkrampf dich nicht so!« oder »Achte auf deine Atmung ? dreimal kurz, einmal lang«. Schweiß wird abgetupft, ein Gong ertönt, und ab geht es in die nächste Runde. Der Ringrichter tänzelt umher und überwacht den Zustand der beiden Kontrahenten. Im entscheidenden Augenblick zählt er Patricia aus, die Zuschauer jubeln, er reißt das kleine Butzele in die Höhe und präsentiert es am gestreckten Arm der johlenden und tobenden Menge. Ein neuer Champion ist da.

Eine Lästerei