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8.7.2006 Des Lebens gröSSte TragödieEs gibt eigentlich nur eine große Tragödie im Leben - nämlich die, dass Männer und Frauen nicht zusammenpassen. So erlebt erst neulich wieder beim öffentlichen Fußballgucken in Tübingen. Da räkelt sie sich in seinen Armen und verlangt immer und immer wieder seine Aufmerksamkeit, fordert mit entzückendem Lächeln einen Kuss nach dem anderen, eine Streicheleinheit und noch eine und noch eine. Er, sichtlich Qualen erleidend, lächelt zurück und tut ihr den Gefallen. Einzig wenn Poldi oder Schweini zum Torschuss ausholen, springt er auf und darf sozialverträglich ihrer Bedrängung entkommen. Dass er uns damit den Blick versperrt, entschuldigen wir generös. Schließlich weiss man in unserem Alter um die Nöte mit (und die kleinen Fluchten vor) dem anderen Geschlecht. Die beiden waren eben noch jung. Und es steht zu vermuten, dass sie zum einen noch nicht lange zusammen sind, zum anderen es auch nicht lange bleiben werden, sollte sie nicht noch gewaltig dazulernen. »Ein Mann« schrieb Oscar Wilde, »kann mit jeder Frau glücklich werden, solange er sie nicht liebt.« Und dem Größten alles Dandys möchte man zurufen: »Und solange sie ihn Fußball gucken lässt.« Nun ist die WM ja so gut wie gegessen, doch auch im fußballfreien Leben lauern noch genügend Fallstricke. Nur deshalb verkaufen sich einschlägige Ratgeber so gut, nur deshalb widmet sich das Zentralorgan der Studienräte, die Wochenzeitung »Die Zeit«, einige Ausgaben lang dem Phänomen Mann - und der Inkompatibilität mit dem Phänomen Frau. Auch Wissenschaftler arbeiten an diesem Thema. Die Soziologin Nina Baur von der Uni Eichstätt etwa hat sich den Mann als solches mal näher angesehen. Ihr Fazit: Zwischen dem Männerbild der Frauen und dem der Männer klaffen Welten. Wir Männer glauben, dass wir nur dann für Frauen interessant sind, wenn wir folgende Eigenschaften vorweisen: Viel Kohle verdienen, einen Uniabschluss in der Tasche haben und ein Sixpack am Bauch, einen geilen Schlitten fahren und der Freundin teure Geschenke machen. Der Traummann der Frauen dagegen sieht ganz anders aus: Sie schmelzen dahin beim humorvollen, vor allem kinderlieben Techniker, mit viel Zeit für sie. Einen Aspekt der Studie habe ich mir jedoch sofort zu Herzen genommen. Künftig werde ich nicht mehr am Samstag mit der Freundin shoppen gehen. Denn Nina Baur hat herausgefunden: Entgegen der unter Männern weit verbreiteten Meinung wollen die Frauen ihre Klamotten lieber allein, höchstens noch mit einer Freundin zusammen kaufen. Und ich werde in dieser Zeit in aller Ruhe Sportschau gucken. (GEA) |
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