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12. 12. 2009 Die Schleicher auf der MittelspurGuten Tag. Wir haben uns sicher schon mal gesehen. Zumindest haben Sie mich schon mal gesehen, da bin ich mir sicher. Ich bin der Mann, der in der Reutlinger Wilhelmstraße immer ganz genau in der Mitte geht. Da lasse ich mich nicht davon abbringen. Ich stell mich auch im Supermarkt grundsätzlich an der mittleren Kasse an. Wenn zwei oder vier Kassen geöffnet sind, gehe ich unverrichteter Dinge wieder aus dem Laden. Weil: Da gibt es ja dann keine mittlere Kasse. Mitte ist gut. Ich wähle die mittlere politische Partei (also die, die auf dem Stimmzettel in der Mitte steht), ich schaue immer das fünfte Programm (in der Mitte der Fernbedienung) und sitze dabei grundsätzlich in der Mitte des Sofas. Mitte ist vernünftig. Vor allem auf der Autobahn. Da fährt man auf der mittleren Spur und hat schön viel Platz links und rechts. Dabei muss man sich nicht unnötig um den Spurwechsel kümmern. Ist ja auch ärgerlich: Blinker setzen und immer den Kopf so drehen. Nein, lieber stur geradeaus, während die Tachonadel so um die 90 herum zittert. Apropos Zug: Weil ich mich auf der Autobahn so fürchterlich aufregen muss, habe ich kürzlich den Zug genommen. Bequem in Reutlingen einsteigen, und in Stuttgart umsteigen auf den Intercity gen Norden. So dachte ich. Vorsichtshalber hatte ich mir einen Sitzplatz reserviert, schließlich will ich die anderthalb Stunden nicht im Stehen verbringen. Und was geschah? Ich kam gar nicht bis zu meinem Sitzplatz, weil der Gang - der Mittelgang! - voll war mit stehenden Menschen. |
Eine Lästerei |