|
20. 5. 2006
Grillen, bis die Polizei kommt:
Tipps für ungetrübten Genuss
Der richtige Grill: Ob mit Holz oder Gas befeuert, darüber streiten die Experten. Nur in einem Punkt sind sie sich einig: »Wer einen billigen Grill kauft, macht Geld kaputt«, sagt Fritz Haux, Chef eines Reutlinger Wohntextilienhauses. Also lieber zu höherwertigen Geräten greifen. Und wer nur einen Balkon hat, für den kommt sowieso nur ein Gasgrill, vielleicht auch noch ein Elektrogrill in Frage. Für tollen Geschmack können übrigens mitgebrutzelte besondere Holzspäne sorgen. Der Clou: Die Späne stammen aus alten Jack-Daniels-Fässern.
Der Grillabend: »Der typische Anfängerfehler ist: Man ist zu schnell«, sagt Grillweltmeister Heinz Schaal aus Tübingen-Pfrondorf. Seine Faustformel: Grillen im Stundenrhythmus. Eine Stunde dauert es, bis aus der entfachten Grillkohle eine schöne Glut wird. Zeit, den ersten Hunger mit ein paar »Würstle« zu stillen. Zeit auch, neue Holzkohle nachzulegen, um dann zügig garenden Fisch oder Geflügel draufzulegen. Als nächstes kann das Steak kommen, als Nachtisch beispielsweise eine gegrillte Ananas. Dazwischen, erzählt Schaal, lässt sich auch prima mit Knoblauchbutter bestrichenes Baguette rösten.
Das Fleisch: Nur qualitativ bestes Fleisch nehmen. Gut ist es, Grillfleisch einige Stunden lang zu marinieren. Grundlage dafür sind Knoblauch, Kräuter, Senf sowie hitzefestes Öl.
Das Gemüse: Gemüse darf beim Grillen nicht zu hart angebrutzelt werden. Also: Zucchini, Champignons und Paprika zusammen mit Öl und Gewürzen in Alu-Grillschalen an den Rand des Rostes legen.
Das Grillen: Wichtig ist, auch dabei nicht zu schnell zu sein. »Je länger das Grillgut auf dem Rost liegt, desto besser wird's, das ist doch klar«, weiß Schaal. Er rät zum indirekten Grillen, so dass kein Fett, das verdampft oder sich sogar entzündet, auf Kohle oder Gasflamme tropft. Er weiß: »Wenn's raucht, dann macht man was falsch.«
Das Rechtliche: Wer den Grill anfachen will, sollte seine Nachbarn vorher informieren. Laut Deutschem Mieterbund müssen Mieter dafür sorgen, dass Rauch und Qualm nicht in die Nachbarwohnungen geraten. Grillen ist in den Sommermonaten üblich und muss von Nachbarn geduldet werden. Wenn dadurch aber wesentliche Beeinträchtigungen entstehen, kann Grillen auch verboten werden, entschied das Landgericht München (Az.: I 15 S 22735/03).
Das Reinigen: Die Gasgrills können zum Teil »abgebrannt« werden, erklärt Fritz Haux. Also Deckel zu und Gashähne auf volle Pulle. Hinterher dann mit einer Stahlbürste den Rest abkratzen. Grillroste werden in Geschirr-Reiniger eingelegt. Holzkohlegrills, rät Schaal, ein- bis zweimal im Jahr mit Backofen-Spray oder einem Dampfstrahler säubern.
Das Wichtigste: »Haben Sie Spaß und seien Sie vor allem experimentierfreudig«, sagt der Grillweltmeister. (GEA)
|