Montag, 06. September 2010

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13. 3. 2004

Lass die Sonne 'rein

Das Thermometer zeigt gut und gern zehn Grad an. Jetzt gilt's. Schnell den Schalter am Dachhimmel bis zum Anschlag gedreht. Mit einem leisem Sirren schiebt sich das Stoffdach nach hinten. Die Sonne flutet den Wagen, der Fahrtwind umspielt die Haare. Blauer Himmel, eine Ahnung von Sommer: Und das mitten im kalendarischen Winter.


Da lacht nicht nur die Sonne: Der Citroën C3 Pluriel ist ein Hingucker.
FOTO: MARKUS NIETHAMMER


Zur heiteren Stimmung trägt der Wagen bei, ein himmelblauer Citroën Pluriel. Ein Spaßmobil auf Basis des C 3, beschrieben als Nachfolger der legendären "Ente", beworben als universell einsetzbarer Lebenskünstler.

Schluss mit Lustig

Der Spaß hört für den fünfjährigen Konstantin allerdings auf, als er ausgerechnet hinter dem Fahrersitz Platz nehmen soll. Viel zu eng sei es ihm, selbst wenn Papa sein Gestühl so weit vorfährt, dass es für diesen richtig knapp wird hinterm Lenkrad.

Auch dann klemmen die Füßchen, zwickt's und zwackt's überall und lustig sei das alles schon gar nicht. Der Kleine hat sich in den Schmollwinkel verzogen, wo ihn auch das schicke, offene Faltdach und die elektrisch bedienbaren, hinteren Seitenscheiben nicht mehr vorzuholen vermögen.

Schalten wie Schumi

Zu zweit auf den Vordersitzen jedoch, mit offenem Dach und offenen Haaren, werden Ahnungen wach ans gelassene, mediterrane Lebensgefühl. Mit seinem 109 PS starken 1,6-Liter-Motor ist der Flitzer leicht und wendig zu fahren. Wer will, kann das Getriebe automatisch schalten lassen. Wenn's pressiert, können die Gänge mittels einer Tiptronic auch manuell eingelegt werden. Dazu stehen übrigens auch zwei Schalter am Lenkrad zur Verfügung - fast wie in einem Formel-1-Flitzer.

Die hervorstechendste Eigenschaft des Pluriel ist freilich seine Wandelbarkeit. Wie einst bei der "Ente" lässt sich das Dach nach hinten falten ­ im Pluriel geht dies sogar elektrisch. Wem das immer noch nicht genügt, der versenkt das offene Dach mitsamt der Heckscheibe kurzerhand im Kofferraum.

So kann der Fahrer eben mal die Sonne `rein lassen. Doch zum Imponieren am Boulevard fehlt noch was ­ oder besser: ist etwas zu viel: Die beiden seitlichen Dachbögen nämlich. Mit Hilfe der beigefügten Anleitung sind die zwölf Kilo schweren, aus einem festen Aluminiumverbund gefertigten Teile recht simpel abzubauen.

Die Wandlung zum Oben-ohne-Fahren hat jedoch einen gewaltigen Haken: Im Gegensatz zur Werbewelt fehlt im wirklichen Leben die gute Fee, die bei Bedarf das Auto schließt. Wer morgens also den Pluriel zum Spider umbaut, darf nachmittags nicht in einen Regenschauer kommen. Denn die Henkel sind zu groß, um mitgenommen zu werden. Sie müssen in der Garage oder im Garten liegen bleiben. Und ohne sie fehlt dem Dach der seitliche Halt, es bleibt im Kofferraum versteckt. Als Zubehör lässt sich freilich eine Plane kaufen, die im Notfall den Innenraum vor Regen schützen soll.

Fürs urbane Leben

So ist der Pluriel denn eher für die urbane Welt geschaffen. Er ist wendig, pfiffig und in seinen Kofferraum passt sogar der wöchentliche Großeinkauf. Hochgezogene Scheinwerfer, die spritzige Zwei-Farben-Optik sowie kleinere Retuschen setzen den Pluriel von seinen 3er-Brüdern ab und entlocken den Passanten schon mal ein Lächeln.

Nur auf langen Strecken fühlt sich der Kleine nicht so recht wohl. Auf der Autobahn hat es sich mit dem Spaß. Ab Tempo 120 wird's selbst bei geschlossenem Verdeck ungemütlich laut, offen wär's unerträglich. Er tänzelt über die Straße und folgt lustig jeder Spurrille. Da gibt es nur eines ­ zumindest solange es das Wetter erlaubt: Die Sonnenbrille aufsetzen, das Dach auffalten und runter vom Gas.

Fahrbericht

Der Citroën C3 Pluriel ist ein knuffiger und variabler Stadtflitzer. Mit wenigen Handgriffen lässt er sich zum offenen Spider umbauen